Anreise 24.12 2013
Abreise 28.12 2013
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Glockenspielplatz

Graz

Sehenswürdigkeiten Graz

Kling, Grazer
Glockenspiel, kling!

Dreimal macht es pro Tag am Glockenspielplatz klingelingeling. Und das – mit kurzer Unterbrechung – bereits seit 1905. Nicht das bekannte Weihnachtslied inspirierte Spirituosen-Magnat Gottfried Maurer, Graz ein Glockenspiel zu schenken, als vielmehr seine Reisen.

Der Norden tut so manchen gut. Für Gottfried Maurer, der die Spirituosenfabrik Emperger um die letzte Jahrhundertwende führte, waren seine Reisen ausschlaggebend dafür, dass er Graz mit einem Wahrzeichen versorgt hat. Dank ihm und wahrscheinlich unzähligen Gläschen Wein, Rum und dergleichen, versammeln sich Graz Besucher drei Mal pro Tag vor seinem ehemaligen Haus, das seit 1905 läutet. Und zwar immer um die gleiche Zeit: Um 11.00 Uhr, 15.00 Uhr und 18.00 Uhr. Das passt wahrscheinlich selbst dem verplantesten Graz Besucher in den Kram.

Grazer Melodien

Hahn_Glockenspiel

Kikeriki! Macht der goldene Hahn hoch oben überm Glockenspiel.

Man könnte jetzt vielleicht annehmen, dass Graz seit mehr als 100 Jahren mit den selben Melodien beschallt wird. Doch da liegt man falsch. Das Glockenspiel am gleichnamigen Glockenspielplatz hat eine riesige Spieltrommel, die 220 cm lang und 100 cm breit ist, diese wird mit 800 Stallstiften dirigiert. Und da den Besuchern der Stadt und den Grazern selbst beim mehrmaligen Besuch vom Glockenspielplatz keinesfalls fad wird, ist die maximal acht Minuten lange Vorstellung wandelbar. Fünf Mal pro Jahr wird am Glockenspiel in Graz gewerkt, damit dann wieder neue Musik zu hören ist. Das können alpenländische Melodien, Jodler oder auch Weihnachtslieder beziehungsweise zeitgenössische Melodien sein.

 

Fotocredit: Harry Schiffer / Hans Wiesenhofer

Glockenspiel for me and you

Zusätzlich zur Musik gibt es ja noch was zu sehen. Der Bildhauer Georg Winkler hat sie gestaltet, die zwei Gestalten, die dem Almdudler-Pärchen zum Verwechseln ähnlich sehen. Es handelt sich dabei um ein fesches steirisches Paar, das zu Musik aus dem Giebel heraus getanzt kommt. Er mit Hipster-Bart, sie mit feschem Dirndl – natürlich darf das Glas in seiner Hand nicht fehlen – das ganz unauffällig auf den Beruf des Erbauers hinweist. Denn Gottfried Maurer war damals zur Jahrhundertwende ein wahres Marketinggenie. In Belgien, den Niederlanden und Norddeutschland sah er die Glockenspiele und wollte dann auch unbedingt eines in sein Haus am damaligen Fliegelplatz. Denn auch die Motive und Reliefs der umliegenden Jugendstilbauten (die zum Imperium vom Erbauer gehörten) deuten auf das hin, um was es ihm ging: Trinken!

Hauptplatz_Graz

Strategisch gut liegt der Glockenspielplatz nur einige Schritte vom Hauptplatz entfernt.

Fast täglich seit 1905

Den ersten Weltkrieg überstanden die Glocken und die dazugehörige Maschinerie noch gut, doch im zweiten Weltkrieg war es dann soweit: 1943 mussten die Glocken eingeschmolzen werden und wurden für die Waffenindustrie verwendet. Erst im Jahr 1956 wurden sie wieder ersetzt. Seitdem gibt es das Glockenspiel mit krähendem Abschluss allerdings täglich. Und warum am Schluss der goldene Hahn kräht? Das wird wohl immer ein Rätsel bleiben.

Weihnachten_Glockenspiel

Auch im Winter trauen sich die Puppen heraus.